Nash-Gleichgewicht-Rechner: Gemischte Strategien in 2x2-Spielen

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Nash-Gleichgewicht: S1 kooperiert mit Wahrscheinlichkeit ≈ 0,333

Mit den Standard-Auszahlungen des Gefangenendilemmas (a1=3, b1=0, c1=5, d1=1) ergibt das gemischte Nash-Gleichgewicht, dass jeder Spieler mit Wahrscheinlichkeit 1/3 kooperiert. Die erwartete Auszahlung beträgt ungefähr 1,67 — deutlich unter der Auszahlung bei gegenseitiger Kooperation von 3, was die Ineffizienz des Nash-Gleichgewichts in sozialen Dilemmata veranschaulicht.

Formel

P1 mixes: q* = (d1 - b1) / (a1 - c1 + d1 - b1)
P2 mixes: p* = (d2 - b2) / (a2 - c2 + d2 - b2)
Expected payoff: E[u1] = p*·(q*·a1 + (1-q*)·c1) + (1-p*)·(q*·b1 + (1-q*)·d1)

Was ist ein Nash-Gleichgewicht?

Ein Nash-Gleichgewicht (NG) ist das fundamentalste Lösungskonzept der Spieltheorie. Benannt nach dem Mathematiker John Forbes Nash Jr., der seine Existenz 1950 bewies, ist ein Nash-Gleichgewicht ein Strategieprofil — eines für jeden Spieler — bei dem kein Spieler seine Auszahlung durch einseitige Abweichung verbessern kann. Mit anderen Worten: Die Strategie jedes Spielers ist eine beste Antwort auf die Strategien aller anderen Spieler.

Gemischte Strategien

Nicht jedes Spiel hat ein Nash-Gleichgewicht in reinen Strategien (bei denen jeder Spieler deterministisch eine Aktion wählt). Nashs Existenzsatz garantiert jedoch, dass jedes endliche Spiel mindestens ein Gleichgewicht in gemischten Strategien besitzt — Wahrscheinlichkeitsverteilungen über reine Strategien. Ein Spieler mischt so, dass sein Gegner genau indifferent zwischen seinen eigenen Optionen ist, wodurch jeder Anreiz zur Abweichung entfällt.

Das 2x2-Bimatrix-Spiel

Dieser Simulator modelliert ein symmetrisches 2x2-Spiel, in dem Spieler 1 zwischen Zeilen (Kooperieren oder Defektieren) und Spieler 2 zwischen Spalten wählt. Die vier Parameter a1, b1, c1, d1 definieren die Auszahlungen von Spieler 1 in jeder Zelle. Durch Anpassung dieser Werte können Sie klassische Spiele nachstellen: das Gefangenendilemma (c1 > a1 > d1 > b1), die Hirschjagd (a1 > c1 > d1 > b1), das Feiglingsspiel (c1 > a1 > b1 > d1) oder reine Koordinationsspiele.

Best-Response-Funktionen

Das untere Diagramm zeigt die Best-Response-Korrespondenzen auf dem Einheitsquadrat, wobei die x-Achse die Kooperationswahrscheinlichkeit von Spieler 1 (q) und die y-Achse die von Spieler 2 (p) darstellt. Die beste Antwort jedes Spielers ist eine Stufenfunktion: Er kooperiert mit Wahrscheinlichkeit 1, wenn die Mischwahrscheinlichkeit des Gegners einen Schwellenwert überschreitet, und mit 0 darunter. Das Nash-Gleichgewicht liegt am Schnittpunkt dieser beiden Best-Response-Funktionen — dem weißen pulsierenden Punkt.

Ergebnisse interpretieren

Verschieben Sie die Auszahlungsregler und beobachten Sie, wie sich das Gleichgewicht verschiebt. Wenn die Versuchung zu defektieren hoch ist (c1 >> a1), sinkt die Kooperationswahrscheinlichkeit. Wenn gegenseitige Kooperation sehr lohnend ist (a1 >> d1), begünstigt das Gleichgewicht mehr Kooperation. Beachten Sie, dass die erwartete Auszahlung in einem gemischten NG typischerweise niedriger ist als die Auszahlung bei gegenseitiger Kooperation — das ist der Preis strategischer Unsicherheit. Die Ineffizienz des Nash-Gleichgewichts in sozialen Dilemmata ist eine der zentralen Erkenntnisse der modernen Spieltheorie.

Häufige Fragen

Was ist ein Nash-Gleichgewicht?

Ein Nash-Gleichgewicht ist eine Kombination von Strategien — eine für jeden Spieler — bei der kein Spieler seine Auszahlung durch einseitige Änderung seiner Strategie verbessern kann. Es wurde 1950 von John Nash formalisiert und brachte ihm 1994 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ein.

Was ist ein gemischtes Nash-Gleichgewicht?

Ein gemischtes Nash-Gleichgewicht liegt vor, wenn mindestens ein Spieler mit bestimmten Wahrscheinlichkeiten zwischen reinen Strategien randomisiert. In einem 2x2-Spiel mischt ein Spieler so, dass der Gegner zwischen seinen eigenen Strategien indifferent ist — jede Strategie bringt die gleiche erwartete Auszahlung.

Wie findet man das gemischte Nash-Gleichgewicht in einem 2x2-Spiel?

Um die Mischwahrscheinlichkeit q von S1 zu finden, setzt man die erwarteten Auszahlungen von S2 für beide Strategien gleich und löst nach q auf. Symmetrisch findet man die Mischwahrscheinlichkeit p von S2, indem man die erwarteten Auszahlungen von S1 gleichsetzt. Das Gleichgewicht liegt am Schnittpunkt der beiden Best-Response-Korrespondenzen.

Was ist eine Best-Response-Funktion?

Eine Best-Response-Funktion ordnet jeder möglichen Strategie des Gegners die Strategie (oder Mischung von Strategien) zu, die die eigene Auszahlung maximiert. In einem 2x2-Spiel sind Best Responses Stufenfunktionen auf dem Einheitsquadrat, und ihr Schnittpunkt ergibt das Nash-Gleichgewicht.

Quellen

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