Auktionstheorie-Simulator: Erstpreis-, Vickrey- und Englische Auktionen

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Vickrey-Erlös ≈ 97 $ — Zweitpreis-Auktion mit wahrheitsgemäßem Bieten

Mit 5 Bietern (Mittelwert 100 $, Streuung 30 $) in einer Vickrey-Auktion beträgt der erwartete Erlös des Verkäufers etwa 97 $. Der Gewinner zahlt das zweithöchste Gebot, und wahrheitsgemäßes Bieten ist eine dominante Strategie, die allokative Effizienz garantiert.

Formel

Vickrey: winner pays second-highest bid; dominant strategy = bid true value
First-price optimal bid (uniform values): b(v) = v · (n-1)/n
Revenue Equivalence: E[Revenue] is equal across standard auction formats (under IPV)

Auktionstheorie

Auktionen gehören zu den ältesten und verbreitetsten Mechanismen zur Zuteilung knapper Ressourcen. Von antiken römischen Sklavenmärkten bis zu modernen Frequenzauktionen im Milliardenwert — die Prinzipien des Auktionsdesigns bestimmen, wie Wert entdeckt und verteilt wird. Die Spieltheorie liefert den Rahmen zum Verständnis, wie rationale Bieter sich verhalten sollten — und wie Auktionatoren Mechanismen gestalten können, um gewünschte Ergebnisse zu erzielen.

Drei Auktionsformate

Erstpreis-Auktion mit versiegelten Geboten: Jeder Bieter gibt ein geheimes Gebot ab. Der Höchstbietende gewinnt und zahlt sein Gebot. Die strategische Herausforderung: Zu hoch bieten und Geld verschenken; zu niedrig bieten und möglicherweise verlieren. Rationale Bieter betreiben Bid Shading und bieten unter ihrem wahren Wert. Das optimale Maß der Reduktion hängt von der Anzahl der Konkurrenten und der Verteilung der Werte ab.

Zweitpreis-Auktion (Vickrey): Bieter geben versiegelte Gebote ab, aber der Gewinner zahlt das zweithöchste Gebot. William Vickreys bemerkenswerte Erkenntnis (1961): Wahrheitsgemäßes Bieten — genau seinen privaten Wert zu bieten — ist eine dominante Strategie. Egal was andere tun, man kann nicht besser abschneiden als seinen Wert zu bieten. Das macht die Vickrey-Auktion strategiesicher und allokativ effizient.

Englische (aufsteigende) Auktion: Die klassische offene Auktion. Der Preis steigt kontinuierlich, und Bieter steigen aus, wenn der Preis ihren Wert übersteigt. Der letzte verbleibende Bieter gewinnt zu einem Preis knapp über dem zweithöchsten Wert — mit Ergebnissen, die unter privaten Werten der Vickrey-Auktion entsprechen.

Erlösäquivalenz

Eines der überraschendsten Ergebnisse der Auktionstheorie ist das Erlösäquivalenz-Theorem. Unter Standardannahmen (unabhängige private Werte, risikoneutrale Bieter, symmetrisches Gleichgewicht) erzielen alle vier Standard-Auktionsformate — Erstpreis, Zweitpreis, Englisch und Holländisch — exakt den gleichen erwarteten Erlös für den Verkäufer. Wechseln Sie den «Auktionstyp»-Regler, um Erlöse über Formate hinweg zu vergleichen und dieses Theorem in Aktion zu sehen.

Über die Theorie hinaus: Praktisches Design

In der Praxis weichen Auktionen vom idealisierten Modell ab. Risikoaverse Bieter bieten in Erstpreis-Auktionen aggressiver (erhöht den Erlös). Gemeinsame Wertkomponenten erzeugen den «Fluch des Gewinners». Absprachen und Abschreckung potenzieller Teilnehmer fügen strategische Komplexität hinzu. Roger Myersons optimales Auktionsdesign (1981) zeigte, wie Mindestpreise und Handicaps den Erlös maximieren können. Diese Erkenntnisse wurden auf FCC-Frequenzauktionen, Googles Anzeigenauktionen und Staatsanleihenverkäufe weltweit angewandt.

Häufige Fragen

Was ist eine Vickrey-Auktion?

Eine Vickrey-Auktion (Zweitpreis-Auktion mit versiegelten Geboten) ist eine Auktion, bei der Bieter versiegelte Gebote abgeben, der Höchstbietende gewinnt, aber den Preis des zweithöchsten Gebots zahlt. William Vickrey bewies 1961, dass wahrheitsgemäßes Bieten — genau seinen privaten Wert zu bieten — eine dominante Strategie ist, was diesen Mechanismus effizient und anreizkompatibel macht.

Was ist Bid Shading?

Bid Shading ist die Praxis, in einer Erstpreis-Auktion unter seinem wahren Wert zu bieten. Da der Gewinner sein eigenes Gebot zahlt, reduzieren rationale Bieter ihre Gebote nach unten, um ihren Überschuss im Gewinnfall zu erhöhen. Das optimale Maß der Reduktion hängt von der Bieterzahl und der Verteilung der Werte ab.

Was ist das Erlösäquivalenz-Theorem?

Das Erlösäquivalenz-Theorem, bewiesen von Vickrey (1961) und verallgemeinert von Myerson (1981) und Riley & Samuelson (1981), besagt, dass unter bestimmten Bedingungen (unabhängige private Werte, risikoneutrale Bieter, symmetrisches Gleichgewicht) alle Standard-Auktionsformate dem Verkäufer den gleichen erwarteten Erlös bringen.

Welches Auktionsformat bringt den höchsten Erlös?

Unter den Annahmen des Erlösäquivalenz-Theorems sind alle Standardformate gleichwertig. In der Praxis ergeben sich Unterschiede durch Risikoaversion (begünstigt Erstpreis), gemeinsame Wertkomponenten (begünstigt Englische Auktionen) und asymmetrische Bieter. Das «optimale Auktionsdesign» von Myerson (1981) kann den Erlös durch Mindestpreise weiter steigern.

Quellen

Einbetten

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