Warum das kosmische Schweigen nichts beweist
Oft heißt es: «SETI sucht seit 60 Jahren und hat nichts gefunden — also gibt es niemanden.» Doch das ist ein Trugschluss. Rechnen wir einmal nach, wie viel Himmel wir tatsächlich durchsucht haben.
Diese Simulation verwendet die Monte-Carlo-Methode: Wir platzieren N Zivilisationen zufällig in der Galaxie und prüfen, ob auch nur eine davon in das Sichtfeld unserer Radioteleskope fällt.
Die Nadel im kosmischen Heuhaufen
Bei einer Himmelsabdeckung von nur 0,1 % und 1.000 Zivilisationen in der Milchstraße beträgt die Wahrscheinlichkeit, mindestens ein Signal zu entdecken, gerade einmal 0,63 %. Das bedeutet: Selbst wenn die Galaxie voller Leben wäre, hätten wir bei unserem bisherigen Suchaufwand mit großer Wahrscheinlichkeit noch nichts gefunden.
Die Monte-Carlo-Simulation verdeutlicht einen weiteren wichtigen Punkt: Die Suche nach außerirdischer Intelligenz steht noch ganz am Anfang. Projekte wie das Breakthrough Listen-Programm werden die Himmelsabdeckung in den kommenden Jahrzehnten drastisch erhöhen. Erst wenn wir einen signifikanten Anteil des Himmels in relevanten Frequenzbereichen durchsucht haben, können wir aus der Stille aussagekräftige Schlüsse ziehen.