Das Modell der «gierigen» Zivilisationen
Robin Hanson schlug ein elegantes Modell vor: Zivilisationen werden in «gierige» (grabby) — jene, die expandieren und sichtbar sind — und «stille» (quiet) — jene, die zu Hause bleiben — unterteilt. Wenn Grabby Aliens existieren, füllen sie allmählich das Volumen des Universums mit sich ausdehnenden Sphären.
Warum wir früh dran sind
Eine zentrale Einsicht des Modells: Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Zivilisation entsteht, steigt mit der Zeit (proportional zu t^n). Das bedeutet, dass die meisten Zivilisationen spät im Verlauf der kosmischen Geschichte auftreten. Dass wir bereits nach 13,8 Milliarden Jahren existieren, deutet darauf hin, dass wir zu den Frühen gehören.
Die Grabby-Aliens-Hypothese vereint mehrere Aspekte des Fermi-Paradoxons auf elegante Weise. Sie erklärt nicht nur das kosmische Schweigen (die Grabby Aliens sind noch zu weit entfernt), sondern auch den Zeitpunkt unseres eigenen Erscheinens. In Hansons Modell erscheinen Zivilisationen typischerweise kurz bevor die Expansionswellen benachbarter Grabby Aliens sie erreichen — andernfalls gäbe es keinen Platz mehr für sie.
Das Modell lässt sich sogar astronomisch testen: Wenn Grabby Aliens existieren, müssten ihre Expansionsgrenzen als riesige kosmische Strukturen erkennbar sein — leere Regionen, die eine sich ausbreitende Zivilisation hinterlässt.