Die Kolonisierungswelle
Stellen Sie sich vor, eine Zivilisation schickt Kolonisten zum nächsten Stern. Nach einigen Jahrhunderten besiedeln sie einen neuen Planeten und entsenden eigene Expeditionen. Dieser Prozess erzeugt eine sich ausdehnende Sphäre der Kolonisierung.
Das zentrale Argument: Selbst bei konservativen Schätzungen der Geschwindigkeit (1 % der Lichtgeschwindigkeit) und der Besiedlungszeit (1.000 Jahre pro Planet) kann die gesamte Galaxie in 5 bis 10 Millionen Jahren kolonisiert werden. Das sind lediglich 0,05 % des Alters des Universums.
Warum das ein Paradoxon ist
Wenn eine technologische Zivilisation auch nur 1 Million Jahre vor uns entstanden ist (was beim Alter des Universums von 13,8 Milliarden Jahren durchaus wahrscheinlich ist), hätte sie die gesamte Galaxie bereits kolonisiert haben müssen. Doch wir sehen keinerlei Spuren einer Kolonisierung.
Dieses Argument ist eines der stärksten im Kontext des Fermi-Paradoxons. Es erfordert keine Annahmen über Radiosignale oder die Bereitschaft zur Kommunikation — es reicht die reine physische Ausbreitung. Die Galaxie ist klein genug und alt genug, dass jede expansionswillige Zivilisation sie längst hätte durchqueren können.