Was ist die Drake-Gleichung?
Im Jahr 1961 schlug der Radioastronom Frank Drake eine Formel vor, um die Anzahl technologisch entwickelter Zivilisationen in unserer Galaxie abzuschätzen. Die Gleichung zerlegt die gewaltige Frage «Wie viele gibt es?» in sieben Faktoren, von denen jeder einzeln geschätzt werden kann.
Die sieben Parameter
R* — die Sternentstehungsrate in der Galaxie (Sterne pro Jahr). Aktuelle Schätzung: 1,5–3 Sterne pro Jahr, obwohl die Rate in der Vergangenheit deutlich höher war.
fp — der Anteil der Sterne mit Planetensystemen. Dank der Kepler-Mission wissen wir, dass praktisch jeder Stern Planeten hat, fp ≈ 1.
ne — die durchschnittliche Anzahl von Planeten in der habitablen Zone bei Sternen mit Planeten. Schätzungen variieren von 0,4 bis 5.
fl — der Anteil der geeigneten Planeten, auf denen tatsächlich Leben entsteht. Der unsicherste Parameter — von 0,001 bis 1.
fi — der Anteil der Planeten mit Leben, auf denen sich intelligentes Leben entwickelt. Auf der Erde dauerte das 4 Milliarden Jahre.
fc — der Anteil intelligenter Zivilisationen, die Technologien zur interstellaren Kommunikation entwickeln.
L — die durchschnittliche Existenzdauer einer solchen Zivilisation. Der wichtigste und zugleich unsicherste Parameter.
Interpretation der Ergebnisse
Bewegen Sie die Regler oben und beobachten Sie, wie sich N verändert. Die zentrale Erkenntnis: Der Parameter L (Lebensdauer der Zivilisation) dominiert über alle anderen. Wenn Zivilisationen 10.000 Jahre leben — N ≈ 100. Wenn 10.000.000 Jahre — N ≈ 1.000.000. Wenn nur 100 Jahre — sind wir möglicherweise allein.